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Die 7 Todsünden im E-Learning

Die Corona-Krise hat den Trend der betrieblichen Fort- und Weiterbildung anhand von Online-Lernsystemen erheblich beschleunigt. Doch ist nicht alles was digital ist automatisch besser.

In diesem Artikel berichtet Dominik Heckner darüber welche Fehler Unternehmen, die auf Online-Schulungen setzen unbedingt vermeiden müssen. Wer diese Punkte nicht berücksichtig verschwendet womöglich viel Zeit und Geld. Das muss nicht sein!

Der Heckner eCoach ist die führende Online-Lernplattform im Handwerk.

1. Die Videos wirken wie eine Strafaufgabe

Wer in Online-Kursen komplexe Sachverhalte lediglich digitalisiert, ohne sich Gedanken zu machen, wie der Lernende das Endprodukt erfährt, ist bereits vor der Veröffentlichung zum Scheitern verurteilt. Beispielsweise kennt jeder, der einmal im Flugzeug saß, die äußerst nüchternen Sicherheitsvideos, die dort gezeigt werden.

Dass es auch anders geht, zeigt British Airways in diesem Video, in dem die Inhalte auf peppige Weise herübergebracht werden. Erlauben Sie Spaß, Interaktion und kreative Ideen in Ihren Inhalten. Education + Entertainment = Edutainment!

Außerdem: in den ersten 10-15 Sekunden muss klar dargelegt werden:

  • warum dieses Video wichtig ist,
  • was man von diesem Video erwarten kann und
  • welche Vorteile man hat, wenn man dieses Video gesehen hat.

2. Was bringt es, wenn die Videos niemand sieht?

Online Videos sind schnell gemacht, wenn Sie bei einer Präsenzveranstaltung einfach die Kamera mitlaufen lassen. Aber Vorsicht: wer diesen Weg wählt, wird die Zuschauer nicht lange an den Bildschirm binden können. Stellen Sie sich selbst die Frage: würden Sie sich ein 90-minütiges Video auf YouTube zu einem Fachthema ansehen?

Wesentliche Aspekte der Lösung sind:

  • Videos für erfahrende Mitarbeiter sollten ca. 5 bis 10 Minuten dauern

  • Bei jüngeren Kollegen sollten Sie ca. 7 Minuten nicht überschreiten

  • In der Konzeptionsphase der Inhalte muss bereits klar sein, wann ein Video endet und wann das nächste beginnt.

  • Am Ende jedes Videos sollten die wichtigsten Punkte nochmals zusammengefasst werden und eine kurze Vorschau auf das nächste Thema gegeben werden

Sie schaffen es nicht sich kurz zu halten? Kein Problem. Strukturieren Sie die Inhalte nach Schritten und machen Sie zu jedem Schritt ein Video. Solange klar erkennbar ist, wo man sich im Prozess befindet (z.B. Schritt 3 von 4), ist dies auch eine praktikable Lösung.

3. Das Wissen ist irrelevant

Wenn den Lernenden keine Empfehlungen, Maßnahmen und neue Fähigkeiten mitgegeben werden, hat der Lerninhalt für diese keinen nennenswerten Mehrwert.

Aus jedem Video sollen konkrete Maßnahmen explizit erkennbar sein. Zum Beispiel: anstatt einem Nutzer in einem 45-minütigen Video zu erklären welche großartigen Neuerungen in der jüngsten Version der kaufmännischen Software enthalten sind, empfiehlt es sich die Themen so aufzubereiten, wie sie auch im Tagesgeschäft genutzt werden. Z.B. erstellen Sie ein Video zum Thema „Anlegen eines neuen Kunden“, in einem separaten Video wird das Thema „Auftragserstellung“ erklärt usw.

Arbeitsblätter sind bei Lernenden auch sehr beliebt. Handelt es sich beispielsweise um ein Video in dem erklärt wird, wie eine Materialbestellung durchzuführen ist, würde es sich hier anbieten unter dem Video das dazugehörige Excel-Blatt anzuhängen.

4. Ihre Zielgruppe interessiert die Inhalte nicht

Geben Sie beispielsweise allen Ihren Mitarbeitern Zugang zu 200 Videos, dann werden die meisten Themen für den einzelnen kaum relevant sein. Wenn Sie gewährleisten möchten, dass ihre Inhalte auch gesehen werden, müssen Sie zwei Aspekte berücksichtigen.

  1. Jeder Mitarbeiter (bzw. Mitarbeitergruppe) erhält einen individuell zugeschnittenen Lernplan.
  2. Inhalte werden per Drip-Feed bereitgestellt, d.h. zeitlich versetzt. Dadurch wird Stress minimiert und eine große Aufgabe in mehrere kleine „Häppchen“ aufgeteilt.

5. Mitarbeiter haben zusätzliche Arbeit ohne Benefit

Aus den Auswertungen der Unternehmensberatung Heckner, lässt sich klar erkennen, dass die wichtigsten Aspekte, die den Mitarbeitern im Betrieb fehlen, Lob und Anerkennung sind.

Nachdem Mitarbeiter durch Lob und Anerkennung viel Motivation tanken, sollten Führungskräfte bei Online-Schulungen folgendes berücksichtigen:

  • Durch ein Punkte- und Erfolge-System sollen Mitarbeiter motiviert werden, die Inhalte weiter zu bearbeiten
  • Führkräfte nützen das Punktesystem um Belohnungen einführen (z.B. einen Urlaubstag für die Personen die als erstes 30.000 Punkte erreicht)
  • Besondere Belohnungen für Mitarbeiter, die in der Erstellung von Inhalten Beiträge leisten (z.B. Zertifikat oder das Foto des Mitarbeiters auf Ihrer Webseite mit Beschreibung der besonderen Leistungen).

6. Die Geschäftsleitung zeigt kein Interesse

Wer glaubt, seine ganze Mannschaft im digitalen Zeitalter per Knopfdruck perfekt Schulen zu können, ohne sich selbst mit diesem Thema in jeglicher Art zu beschäftigen beißt auf Granit.

Folgende Maßnahmen sollten die Unternehmen unbedingt umsetzen:

  • Kommunizieren Sie an alle Ihre Mitarbeiter, dass das Thema Fort- und Weiterbildung zur langfristigen Erhaltung des Firmenerfolgs unabdingbar sind.
  • Stellen Sie die konkreten Inhalte übergreifend vor und kommunizieren Sie Ihre Erwartungen an die Kollegen (zum Beispiel zwei Videos im Monat = 45 Minuten)
  • Kontrollieren Sie den Fortschritt: delegieren Sie die Aufgabe an einen Mitarbeiter, der ein gutes Standing in der Firma und lassen sie nachhaken, wo wenig gemacht wurde
  • Zeigen Sie ausgesuchteInhalte im Schulungsraum und lassen Sie eine Diskussion zu Stande kommen. Dadurch wird Vertrauen geschaffen und den etwas introvertierten Kollegen ein sicheres Forum zum Austausch gegeben. Laden Sie alle ein Fragen zu stellen!

Ob Sie es wollen oder nicht, Sie stehen als Führungskraft unter ständiger Beobachtung Ihrer Mitarbeiter. Mit dem was Sie nicht sagen oder tun, kommunizieren genauso.

7. Weiterbildung soll in der Freizeit stattfinden

In manchen Betrieben, in denen die Mitarbeiter voll ausgelastet sind, sagen die Chefs: „Für die Fort- und Weiterbildung haben wir keine Zeit in den normalen Arbeitszeiten“.

Während zwar viele Inhaber und Führungskräfte ihre Freizeit gerne zur Weiterbildung nutzen (beispielsweise liest Bill Gates bekanntlich 50 Bücher pro Jahr), wird man bei den meisten Mitarbeitern vergeblich darauf hoffen, dass diese nach Feierabend Höchstleistungen erbringen.

Aus diesem Grund: Schaffen Sie Freiräume für Fort- und Weiterbildung.

Um den Lernerfolg nachhaltig zu unterstützen, benötigen Mitarbeiter regelmäßige Zeiten, in denen sie ungestört lernen und Inhalte bearbeiten können. Geben Sie feste Zeiten vor, z.B. jeden zweiten Freitag von 14:00 bis 15:00 Uhr. Beißen Sie sich während dieser Zeit auf die Zunge und sprechen den Mitarbeiter nicht zu aktuellen Themen an, nur weil er gerade im Büro ist.

Die Erfahrung zeigt, dass es oft die Betriebe sind, die den Zeitmangel am meisten beklagen, diejenigen sind, die von Online-Schulungen und den daraus folgenden Verbesserungen in Struktur und Organisation am meisten profitierten. In der Summe zeigt es sich, dass die anfängliche Zeitinvestition mittel- und langfristig Früchte trägt und die Zeit oft um ein Vielfaches zurückkommt.

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Dominik Heckner hat mit dem eCoach die führende Online-Lernplattform im deutschen Handwerk konzipiert und implementiert. Er ist beratend bei führenden mittelständischen Unternehmen in der Einführung von individuellen Lernsystemen tätig.

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