Die Solarbranche steht wieder stärker im Fokus. Viele Elektrounternehmer fragen sich: Kommt jetzt der nächste große Durchbruch im PV-Markt? Und lohnt es sich, den eigenen Betrieb jetzt massiv auf Photovoltaik auszurichten? Die klare Antwort lautet: Der PV-Markt bietet wieder große Chancen, aber nur für Betriebe, die kontrolliert und strategisch wachsen. Wer heute blind alles auf die eine Photovoltaik-Karte setzt, riskiert Überlastung, Liquiditätsprobleme und operative Engpässe. Wer den PV-Markt dagegen als Teil seines ganzheitlichen Leistungsspektrums versteht, kann PV-Wachstum nachhaltig für sich nutzen.
Genau darüber spricht Geschäftsführer, Coach und Investor Dominik Heckner ausführlich in seinem Podcast zum PV-Markt. Dort ordnet er ein, warum die Solarbranche wieder an Fahrt aufnehmen kann, welche Risiken schnelles Wachstum für Elektrobetriebe birgt und warum Elektrounternehmer PV nicht isoliert betrachten sollten.

Wie entwickelt sich der PV-Markt aktuell?
Der PV-Markt entwickelt sich langfristig zwar nach oben, aber nicht geradlinig, ähnlich wie man es vom Aktienmarkt kennt gibt es Aufwärtsphasen, aber auch Seitwärtsbewegungen und abrupte Einbrüche. Genau das war 2024 spürbar. Der Markt war überhitzt, Strompreise fielen wieder, Zinsen stiegen und finanzierte PV-Anlagen im privaten Bereich wurden für viele Kunden weniger attraktiv. Gleichzeitig verschwanden viele neue PV-Anbieter wieder vom Markt, da sich manche Elektrounternehmen „zu Tode“ gewachsen haben.
Warum der PV-Markt wieder an Fahrt aufnehmen kann
Im privaten PV-Bereich gibt es aktuell mehrere Faktoren, die die Nachfrage wieder stärker antreiben können: Einspeisevergütung und Ölpreise. Beide Themen beschäftigen Kunden, weil sie direkten Einfluss auf Wirtschaftlichkeit, Sicherheit und Energieunabhängigkeit haben.
Ein wichtiger Punkt für die Beratung und den Verkauf von PV-Anlagen ist der Unterschied zwischen Strombezug und Einspeisung. Der durchschnittliche Haushaltsstrompreis liegt 2026 laut BDEW bei 37 Cent pro kWh. Die Einspeisevergütung für neue PV-Anlagen ist deutlich niedriger. Die Bundesnetzagentur veröffentlicht die EEG-Fördersätze abhängig von Inbetriebnahme Zeitpunkt und Anlagenleistung. Für Anlagen mit Inbetriebnahme ab 1. Februar 2026 bis 31. Juli 2026 liegen die Vergütungssätze bei kleinen Dachanlagen deutlich unter dem Haushaltsstrompreis.
Für den Verkauf bedeutet das: PV wird besonders interessant, wenn möglichst viel Strom selbst verbraucht wird, denn selbst genutzter Solarstrom ersetzt teuren Netzstrom.
Fossiles Heizen als Treiber für Photovoltaik, Wärmepumpe und Energieberatung
Auch der Klimawandel spielt in die PV-Nachfrage hinein. In Deutschland werden laut Zensus 2022 noch 75 % aller Wohnungen mit Gas oder Öl beheizt.
Gleichzeitig hat das sogenannte Heizungsgesetz, also die Novelle des Gebäudeenergiegesetzes, viel Unsicherheit ausgelöst. Spätestens ab Mitte 2028 müssen neue Heizungen grundsätzlich mit mindestens 65 % erneuerbarer Energie betrieben werden. Diese Vorgabe ist eng an die kommunale Wärmeplanung gekoppelt.
Viele deiner Kunden fragen sich deshalb, wie es politisch mit Energiegesetzen weitergeht, ob schneller umgerüstet werden muss und was passiert, wenn Ölpreise weiter steigen. PV ist deshalb im privaten Bereich nicht nur ein rationales Rechenthema, sondern auch ein emotionales Sicherheitsthema.
Ölpreise, E-Mobilität und Ladeinfrastruktur: Warum PV größer gedacht werden muss
Steigende Kraftstoffpreise können zusätzlich die Nachfrage nach E-Mobilität und Ladeinfrastruktur verstärken. Der ADAC meldete für April 2026 den teuersten Tankmonat aller Zeiten: Super E10 kostete im Monatsdurchschnitt 2,109 Euro pro Liter, Diesel 2,263 Euro pro Liter. Die Internationale Energieagentur zeigt außerdem: Selbst bei einem Ölpreis von 40 US-Dollar pro Barrel (was im historischen Kontext sehr günstig wäre) bieten batterieelektrische Fahrzeuge beim Laden zu Hause in großen EV-Märkten deutliche Kraftstoffkostenvorteile gegenüber Verbrennern.
Für Elektrounternehmer ist das relevant, weil PV, Speicher, Wallboxen und Energieberatung immer stärker zusammen gedacht werden als Energiekonzepte. Wer Kunden nicht nur eine PV-Anlage verkauft, sondern die gesamte Energielösung rund um Eigenverbrauch, Mobilität und Haustechnik betrachtet, kann sich breiter und stabiler positionieren.
Sollten Elektrounternehmer jetzt alles auf PV setzen?
Kurz gesagt: Nein. Denn wer sich nur auf ein Segment konzentriert, stellt sich riskanter auf als Betriebe, die mehrere Leistungsbereiche anbieten. Der Markt hat sich in den letzten Jahren weg von reinen Einzelleistungsanbietern und hin zu Firmen entwickelt, die Haustechnik und Energie ganzheitlich betreuen: Photovoltaik, Wärmepumpen, Batteriespeicher, Wallboxen, klassische Elektroinstallation und Kundendienst.
Das heißt im Klartext: Elektrounternehmer sollten den PV-Markt nicht ignorieren, aber auch nicht blind hinterherrennen. Wer langfristig bestehen will, muss PV als Teil einer ganzheitlichen Energie- und Haustechnikstrategie positionieren.
Warum schnelles Wachstum im PV-Markt für Elektrounternehmer gefährlich werden kann
Mit PV lässt sich Geld verdienen, ganz klar. Genau darin liegt aber auch die Gefahr: Wenn die Nachfrage plötzlich stark anzieht, wachsen viele Betriebe schneller, als ihre Strukturen es tragen können. Mehr Anfragen bedeuten nicht automatisch mehr Gewinn. Sie bedeuten zuerst einmal mehr Angebote, mehr Vorfinanzierung, mehr Druck auf die Strukturen und Abläufe.
Gerade im privaten PV-Markt kann die Nachfrage durch Unsicherheit zusätzlich beschleunigt werden. Kunden reagieren nicht nur auf wirtschaftliche Argumente, sondern auch auf Sorgen rund um Strompreise, Energiegesetze, Heizkosten und Versorgungssicherheit. Für Elektrounternehmer kann daraus kurzfristig ein volles Auftragsbuch entstehen. Doch wenn dann das Wachstum an Mitarbeitern, Fahrzeugen und Werkzeug etc. unkontrolliert von Statten geht, dann steigt das Risiko enorm:
Liquidität: Wachstum muss finanzierbar bleiben
Eine schnelle Expansion bringt auch hohe Liquiditätsanforderungen mit sich. Investitionen in Transporter, Werkzeug, Material, Mitarbeiter und Software müssen geplant werden, zum Beispiel durch eine gut durchdachte Planungsrechnung. Bei Bedarf kann auch eine Bank hinzugezogen werden, um mittelfristige Liquiditätsengpässe zu vermeiden (insofern die Rentabilität gewährleistet ist). Wachstum darf auf jeden Fall nicht nur aus dem Bauch heraus passieren.
Rentabilität: Einarbeitung kann Ressourcen ziehen
Schnelles Wachstum kann sich nicht nur im Kontostand (negativ) bemerkbar machen, sondern auch in der Rentabilität. Den Aufbau an Kapazitäten genau mit der zusätzlichen Nachfrage abzugleichen ist schwierig. Oft entstehen im Aufbau kurzzeitige Auftragslücken, die Rentabilität kosten. Gleichermaßen müssen neue Mitarbeiter eingelernt werden, was produktive Arbeitszeit von den Baustellen wegzieht.
Prozesse: Mehr Aufträge brauchen mehr Kontrolle
Ein Elektrobetrieb mit z.B. 7 - 10 Mitarbeitern braucht andere Strukturen als ein Betrieb mit beispielsweise 25 Mitarbeitern. Mit wachsender Mitarbeiterzahl braucht der Elektrounternehmer deutlich mehr Kontrolle über Prozesse – weil der Chef nicht überall gleichzeitig sein kann. Mehr zur richtigen Organisation in deinem Elektrobetrieb kannst du in diesem Artikel nachlesen.
Führung: Mehr Mitarbeiter lösen nicht automatisch mehr Probleme
Schnelles Wachstum bedeutet auch: Der Chef muss in der Lage sein, ein Team schnell aufzubauen, zu führen und operativ stabil zu halten. Dabei spielen Führungskräfte die entscheidende Rolle. Oft wird fälschlicherweise angenommen, dass der beste „Schrauber“ befördert werden solle. Doch die hohe fachliche Kompetenz heißt nicht automatisch, dass diese Person auch in der Führung ein Genie sein muss. Führungskräfte müssen systematisch aufgebaut und gefördert werden. Es ist nicht damit getan jemanden nur im Organigramm eine Stufe nach oben zu schieben.
Der große Durchbruch im PV-Markt: ja oder nein?
Die zentrale Empfehlung an dich: Elektrounternehmer sollten sich nicht nur als PV-Anbieter positionieren, sondern als ganzheitlicher Lösungsanbieter für Energieeffizienz, Haustechnik und Gebäudesteuerung.
Du willst gesund und mit Plan wachsen? Dann buch dir jetzt dein kostenloses Erstgespräch. Wir schauen uns gemeinsam an, wie du deinen Elektrobetrieb klar positionierst, profitabel wächst und im PV-Markt langfristig erfolgreich bleibst.
Häufige Fragen zum PV-Markt für Elektrounternehmer
Steht der PV-Markt vor dem großen Durchbruch?
Der PV-Markt bietet wieder starke Chancen, aber keinen geradlinigen Durchbruch ohne Risiken. Für Elektrounternehmer ist entscheidend, PV nicht isoliert zu betrachten, sondern als Teil einer ganzheitlichen Lösung aus Photovoltaik, Speicher, Wallbox, Wärmepumpe und Elektroinstallation.
Sollten Elektrounternehmer jetzt alles auf Photovoltaik setzen?
Nein. Wer sich nur auf PV konzentriert, macht seinen Elektrobetrieb abhängig von einem einzelnen Marktsegment. Stabiler ist eine breite Positionierung als Lösungsanbieter für Energieeffizienz, Haustechnik, Gebäudesteuerung, Kundendienst und erneuerbare Energien.
Warum kann schnelles Wachstum im PV-Markt gefährlich werden?
Schnelles Wachstum bringt mehr Anfragen, aber auch mehr Materialeinsatz, Vorfinanzierung, Personalbedarf und Prozessdruck. Ohne Liquiditätsplanung, klare Abläufe, kaufmännische Kontrolle und Führungskompetenz kann ein voller Auftragsbestand den Betrieb überlasten.