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Marketing und Vertrieb im Elektrohandwerk: Warum Elektrounternehmer jetzt handeln müssen

Über viele Jahre hinweg war es im Elektrohandwerk fast schon selbstverständlich, dass Kunden eigenständig auf die Betriebe zukamen. Daher bestand lange Zeit kaum die Notwendigkeit, in Marketing oder einen Vertriebsprozess innerhalb des eigenen Elektrobetriebs zu investieren. Doch in den letzten zwölf Monaten hat sich der Markt stark gedreht: Betriebe, denen früher ein Auftragsvorlauf von zwölf Monaten sicher war, stehen heute vielleicht nur noch bei sechs oder neun Monaten Vorlaufszeit. Auch aktuelle Zahlen des ZVEH zeigen, dass sich die Stimmung im Elektrohandwerk verschlechtert. Was das konkret für Elektrounternehmer bedeutet und welche Maßnahmen jetzt wichtig werden, um deinen Betrieb zukunftssicher aufzustellen, zeigen wir dir in diesem Artikel.

Angebotsbesprechung vor Ort beim Kunden: Marketing und Vertrieb für Elektrounternehmer im Wandel

Die aktuelle Marktlage im Elektrohandwerk

Zu viele Unternehmer im Elektrohandwerk haben den Wandel der Marktlage noch nicht erkannt oder denken sich „So schlimm ist es ja nicht.“ Doch genau darin liegt die Gefahr. Wer jetzt einfach abwartet, den Kopf in den Sand steckt oder hofft, dass alles schon wieder von allein besser wird, übersieht die Realität. Die Entscheidungen, die heute getroffen werden, stellen die Weichen für die nächsten zwölf Monate.

Wer in dieser Situation nicht sichtbar ist, wird bei der Auswahl gar nicht erst berücksichtigt. Genau deshalb wird Marketing im Elektrohandwerk nicht zum Selbstzweck, sondern zur Voraussetzung, um auch in einem schwierigeren Markt planbar neue Anfragen zu erzeugen.

Die Zahlen des Zentralverbands der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) sprechen eine klare Sprache: Der Geschäftsklimaindex sinkt stetig, die Zahl der Betriebe sowie die Beschäftigtenzahlen in der Branche sinken.

Die allgemeine Wirtschaftskrise in Deutschland wirkt sich weiterhin auch auf das größte Ausbau- und Klimahandwerk aus. „Gaben im Herbst 2025 noch 47,5 Prozent der Umfrageteilnehmer an, die Geschäftslage sei gut, sind es jetzt nur noch 44,9 Prozent. Gleichzeitig bewerten nun 13,7 Prozent ihre Situation als schlecht (Herbst 2025: 10,0 %).“ Der Geschäftsklimaindex verdeutlicht diesen Stimmungsabschwung: Er sank von 68,8 Punkten im Herbst 2025 auf 65,6 Punkte. (Quelle)

Alt-Text: Der Geschäftsklimaindex sinkt seit Jahren stetig ab. Quelle: www.zveh.de/news/detailansicht/konjunkturbericht-fruehjahr-2026.html

Wie Dominik Heckner, Geschäftsführer, Investor und Coach, die aktuelle Lage im Elektrohandwerk einschätzt, schreibt er in diesem Artikel.

Sichtbarkeit ist in dieser Marktentwicklung für Unternehmer aus dem Elektrohandwerk womöglich wichtiger denn je. Denn nur, wenn du potenzielle Kunden auf deinen Elektrobetrieb aufmerksam machst, wirst du weiterhin Anfragen bekommen, Aufträge für dich gewinnen und folglich auch in schwierigen Zeiten Geld verdienen. Um diese Sichtbarkeit zu erreichen, sind strategische Marketingmaßnahmen zwingend erforderlich.

Positionierung im Elektrohandwerk: Die Grundlage für wirksames Marketing

Ohne klare Positionierung bleibt Marketing beliebig. Dann weiß ein potenzieller Kunde zwar, dass es deinen Elektrobetrieb gibt, aber nicht, warum genau er dich anfragen sollte. Eine klare Positionierung sorgt dafür, dass deine Website, deine Social-Media-Beiträge und deine Werbeanzeigen nicht einfach nur sichtbar sind, sondern die richtigen Menschen ansprechen: Kunden, die deine Leistung brauchen, deine Qualität schätzen und wirtschaftlich zu deinem Betrieb passen.

Du solltest dir also diese 3 Fragen stellen:

  1. Wofür steht dein Elektrobetrieb?

Der erste wichtige Punkt ist eine klare Positionierung. Viele Websites von Elektrikern arbeiten mit Begriffen wie zuverlässig, innovativ oder zukunftsorientiert. Das klingt allgemein, zeigt aber nicht klar, was der Betrieb tatsächlich macht.

  1. Welche Leistungen bietet dein Elektrobetrieb an?

Machst du Gebäudesteuerung? KNX? Loxone? Sicherheitstechnik? Arbeitest du für Privatkunden, Gewerbe oder Industrie? Ein Elektrobetrieb sollte auf seiner Website und im gesamten Marketing klar benennen, welche Leistungen abgedeckt werden.

  1. Wer ist der ideale Kunde für deinen Elektrobetrieb?

Ein wichtiger Punkt ist die Frage, welcher Kunde nicht nur Umsatz, sondern auch Gewinn bringt.

Diesen idealen Kunden muss ein Elektrounternehmer identifizieren, definieren und auf der Website und im gesamten Marketing entsprechend ansprechen.

Sobald klar ist, wofür dein Elektrobetrieb steht und welche Kunden du erreichen willst, müssen diese Informationen nach außen sichtbar werden. Genau hier kommen Website und Social Media ins Spiel. Sie sind häufig die ersten Kontaktpunkte, an denen Interessenten prüfen, ob dein Elektrobetrieb professionell wirkt, ob deine Leistungen zu ihrem Problem passen und ob sie dir vertrauen können.

Marketing im Elektrohandwerk: Social Media und Websites anpassen

Nach der klaren Positionierung geht es um konkrete Marketing-Maßnahmen, die du jetzt umsetzen kannst. Dazu gehört die Website deines Elektrounternehmens und die Social Media-Accounts deines Betriebs. Kundengewinnung im Elektrohandwerk bedeutet nicht, dass du jetzt zum Influencer werden musst. Entscheidend ist, dass ein Elektrobetrieb klar zeigt, wofür er steht, welche Leistungen er anbietet und warum Interessenten sich für ihn entscheiden sollten. Ein bis zwei Beiträge im Monat auf Social Media können am Anfang bereits reichen. Wichtig ist dabei, nicht nur Bilder von Sicherungskästen, Zählerschränken oder Baustellen zu zeigen, sondern auch die Menschen hinter dem Betrieb sichtbar zu machen. Das betrifft den Unternehmer selbst, aber auch die Mannschaft. Zeige das Team, einen Blick hinter die Kulissen, lustige Momente oder spannende Großprojekte, die du umgesetzt hast.

Sichtbarkeit hilft sowohl bei der Mitarbeitergewinnung als auch bei der Kundengewinnung. Wichtig: Dein Unternehmen sollte nicht anonym wirken, denn Kunden und Bewerber müssen erkennen können, mit wem sie es zu tun haben.

Welche weiteren 7 Schritte notwendig sind, um eine erfolgreiche Social-Media-Strategie für dein Elektrounternehmen zu etablieren, erläutern wir dir in diesem Artikel.

Bezahlte Werbeanzeigen zu Kundengewinnung im Elektrohandwerk

Organische Sichtbarkeit über Website und Social Media ist die Grundlage. Bezahlte Werbeanzeigen gehen einen Schritt weiter: Sie sorgen dafür, dass dein Elektrobetrieb nicht nur gefunden wird, wenn jemand aktiv nach dir sucht, sondern gezielt bei den Menschen sichtbar wird, die zu deinem Angebot passen. So kann aus einer klaren Positionierung ein planbarer Strom an Anfragen entstehen.

Die Unternehmensberatung Heckner hat bereits hundertfach mit Unternehmern aus dem Elektrohandwerk individuelle Marketing-Kampagnen zur Kundengewinnung umgesetzt. Wer bezahlte Werbung richtig einsetzt, kann mit einem Einsatz wenigen Tausend Euro sechsstellige Umsatzsteigerungen in nur einem Monat erreichen.

Ein Beispiel aus dem ErfolgsCoaching: Christoph Kistler und Andreas Geltermair von GK Energien aus der Nähe von München berichten dir in diesem Video, wie sie es geschafft haben, mit einem Social-Media-Funnel zur Kunden- und Auftragsgewinnung ihren Umsatz um 120.000 € pro Monat zu steigern.

Mehr Sichtbarkeit und mehr Anfragen lösen jedoch nur die erste Hälfte des Problems. Entscheidend ist, was danach passiert. Denn wenn ein Elektrobetrieb zwar Anfragen bekommt, aber Angebote nur anonym per E-Mail verschickt, wird aus Interesse schnell ein Preisvergleich. Deshalb braucht es neben Marketing auch einen klaren Vertriebsprozess, der den Wert der Leistung erklärt und Interessenten verbindlich zum Auftrag führt.

Was Elektrobetriebe jetzt ändern müssen, um Kunden und Aufträge zu gewinnen

Früher wurde vielleicht jedes zweite oder dritte Angebot im Elektrohandwerk gewonnen. Heute ist es in manchen Fällen vielleicht nur noch jedes sechste oder achte.Es gibt jedoch Elektrobetriebe, die auch in diesen herausfordernden Zeiten richtig gutes Geld verdienen mit Umsatzrenditen von 20+ Prozent, weit über dem Branchendurchschnitt. Was machen diese Unternehmer anders? Sie setzen auf drei zentrale Bereiche:

  1. Vor-Ort-Besprechungen statt anonymer Angebotsversand

Ein wichtiger Schritt ist, Angebote nicht einfach per E-Mail herauszuschicken. Stattdessen sollten Vor-Ort-Besprechungen mit Interessenten stattfinden. Heckner nutzt dafür tausendfach erprobte Strategien und einen etablierten Schritt-für-Schritt-Prozess, der in der Praxis funktioniert.

Schon eine Verbesserung der Abschlussquote um 10 Prozent kann über ein Jahr gerechnet einen deutlichen Unterschied auf dem Kontoauszug machen[VS14] .[VS15][SK16]

  1. Außendarstellung: Zeig dein Gesicht!

Es klingt banal, aber viele Elektro-Unternehmer haben Angst, ihr Gesicht zu zeigen. Keine Bilder auf der Webseite, kein Team, keine Projekte, nur veraltete Stockfotos und ein Design, das an die 90er Jahre erinnert. Nein, du musst nicht zum Influencer werden und jede Mahlzeit dokumentieren. Auch ist es nicht notwendig jede Woche drei Posts von verschiedenen Baustellen zu veröffentlichen. Aber ein paar Einblicke in den Alltag (mindestens 1- bis 2-mal im Monat), z.B. die Firmenfeier oder aktuelle Baustelle kriegt jeder hin. Das schafft Vertrauen durch Sichtbarkeit und Transparenz.

Wer sich nicht authentisch zeigt, bleibt wenig greifbar – und wird vergessen.

  1. Mehrere Standbeine aufbauen

Neubau läuft nicht? PV-Anlagen stocken? Wer nur auf eine Karte gesetzt hat, spürt den Abschwung besonders hart. Betriebe, die breiter aufgestellt sind – etwa mit Sicherheitstechnik, Energieberatung oder anderen Geschäftsfeldern – stehen deutlich stabiler da.

Diversifikation ist kein Luxus, sondern Überlebensstrategie.

Fazit: Marketing und Vertrieb werden im Elektrohandwerk zur Pflicht

Die neue Realität im Elektrohandwerk hat begonnen. Wer weiterhin darauf vertraut, dass gute Arbeit allein ausreicht, kann von anderen Unternehmen überholt werden. Elektrounternehmer sollten jetzt ihre Positionierung schärfen, ihre Außendarstellung verbessern und ihren Vertrieb aktiv weiterentwickeln. Im kostenfreien Erstgespräch analysieren wir gemeinsam, welche Maßnahmen für deinen Elektrobetrieb sinnvoll sind und wie du deine Ziele erreichst.

Häufige Fragen zu Marketing und Vertrieb im Elektrohandwerk

Warum wird regionales Marketing im Elektrohandwerk immer wichtiger?

Weil sich viele Elektrobetriebe vor Ort nicht mehr dauerhaft auf volle Auftragsbücher verlassen können. Ein gezieltes Marketing hilft dabei, in der eigenen Region sichtbar zu bleiben, die passenden lokalen Kunden anzuziehen und den Betrieb im Umkreis klar zu positionieren.

Muss ein Elektrobetrieb für lokale Sichtbarkeit jeden Tag auf Social Media posten?

Nein, entscheidend ist nicht tägliches Posten, sondern regelmäßige Sichtbarkeit in der Zielregion. Schon ein bis zwei gute Beiträge im Monat können ein sinnvoller Anfang sein, wenn sie potenziellen Kunden und Bewerbern den Betrieb, das Team und die angebotenen Leistungen klar zeigen.

Warum sollten Elektrobetriebe auf Vor-Ort-Besprechungen statt auf E-Mail-Angebote setzen?

Ein anonym per E-Mail verschicktes Angebot wird oft nicht ausreichend erklärt und wirkt für Kunden schnell vergleichbar. Persönliche Vor-Ort-Besprechungen beim Kunden helfen hingegen dabei, den Wert der handwerklichen Leistung besser zu vermitteln und den Vertriebsprozess im Elektrohandwerk deutlich verbindlicher zu gestalten.